KIDS Hamburg e. V. engagiert sich seit über 15 Jahren im Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik und ist Teil des #NoNIPT-Bündnisses.
Am Freitag, 20. März 2026, fand die 1. Lesung des fraktionsübergreifenden Antrags „Kassenzulassung des nicht invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ (Drucksache 21/3873) im Deutschen Bundestag statt.
Den Antrag im Bundestag hat die interfraktionelle Gruppe Pränataldiagnostik auf den Weg gebracht, die sich im Sommer 2025 konstituiert hat.
Hintergründe für den Antrag:
Experten gehen davon aus, dass die Ziele der Kassenzulassung des NIPT gründlich verfehlt werden.
Statt einer Nutzung im begründeten Einzelfall ist der Test innerhalb von nicht mal vier Jahren zu einem festen Bestandteil der allgemeinen Schwangerenvorsorge geworden.
Ein „Screening“ war bei der Kassenzulassung ausdrücklich als ethisch unverantwortlich abgelehnt worden.
Aufgrund einer hohen Nutzungsrate auch von jüngeren Schwangeren ist die Rate falsch-positiver Testergebnisse deutlich höher als erwartet.
Das Hauptanliegen der Kassenzulassung – die Zahl der risikobehafteten invasiven Untersuchungen zu reduzieren – wird nicht erreicht.
Es wird weiter davon ausgegangen, dass aktuell vermutlich mehr als die bislang vermuteten 90 % der Kinder mit der Diagnose Trisomie 21 abgetrieben werden.
Ein Monitoring wäre der erste Schritt, um die gesellschaftliche Tragweite dieser Tests sichtbar zu machen.
Versorgungsstrukturen wird es nur dort geben, wo eine Nachfrage besteht. Wenn keine Nachfrage mehr besteht, werden die Versorgungsstrukturen in Zukunft verschwinden.
Forderungen im Antrag:
- eine umfassende, systematische wissenschaftliche Datenerhebung zur Nutzung des Tests und
- ein interdisziplinäres Expert:innen-Gremium zur Beratung der Bundesregierung darüber, wie eine sachgerechte, ethisch verantwortliche und rechtssichere Grundlage für solche vorgeburtlichen Tests ohne medizinischen Nutzen ausgestaltet werden könnte.
Abstimmung im Bundestag:
Vor der Sommerpause 2026 soll die 2. und 3. Lesung sowie die namentliche Abstimmung über den Antrag erfolgen.
Wir gehen derzeit davon aus, dass im Bundestag ca. 120 Abgeordnete für ein Monitoring stimmen werden.
Es werden aber 316 Stimmen gebraucht.
Schreibt eure Bundestagsabgeordneten an oder sprecht sie direkt an!
Leider unterschätzen viele Abgeordnete die Tragweite des Themas und müssen überzeugt werden, für den Antrag abzustimmen.
Die Zivilgesellschaft ist gefragt!
Bitte nehmt Kontakt zu euren Wahlkreisabgeordneten auf.
Macht sie auf diesen Antrag aufmerksam.
Nicht alle wissen bisher davon!
Informiert sie über die Hintergründe des Antrags und werbt für eine Zustimmung zu dem Antrag.
Die Abgeordneten sollen sehen, dass hinter Zahlen echte Familien, echte Schicksale und eine starke Gemeinschaft stehen.
Was ihr konkret tun könnt:
Bitte nutzt z. B. die vorbereitete E-Mail-Vorlage und sendet sie an die Abgeordneten eurer Wahl (besonders in Hamburg).
Sehr geehrte/r Abgeordnete/r
ich bin Vater / Mutter / Angehörige:r – bzw. wir sind Eltern – eines Kindes mit Trisomie 21, auch bekannt als Down-Syndrom.
Während die NIPT von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden, gibt es vonseiten der Krankenkassen neben der Versicherteninformation kaum Informationsangebote – etwa Broschüren oder Filme – über das tatsächliche Leben mit Trisomie 21. Wir haben das ungute Gefühl, dass diese Tests bereits jetzt zu einer Form der Selektion führen.
Mit unserem Verein Kompetenz- und Informationszentrum Down-Syndrom KIDS e.V. setzen wir uns für das Leben von Menschen mit Trisomie 21 ein.
Menschen mit Trisomie 21 sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.
Ein umfassendes Monitoring ist daher ein notwendiger erster Schritt.
Nur auf Basis gesammelter Daten kann eine neutrale, faktenbasierte und wertschätzende Aufklärung erfolgen, die werdenden Eltern eine informierte Entscheidung ermöglicht – jenseits von Angst und Vorurteilen.
Wir bitten Sie / Ich bitte Sie, den fraktionsübergreifenden Antrag „Kassenzulassung des nicht invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ (Drucksache 21/3873) zu befürworten.
Für Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung oder wenden Sie sich mit Fragen gern an unseren Verein Kompetenz- und Infozentrum Down-Syndrom KIDS Hamburg e. V. (Tel. 040 38616780, info@kidshamburg.de, www.kidshamburg.de).
Mit freundlichem Gruß
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Lasst uns zeigen, dass wir uns für eine gute Zukunft für Menschen mit Down-Syndrom einsetzen.


