Das Kleinkind mit Down-Syndrom

Das Kleinkind mit Down-Syndrom

Jedes Kind mit Down-Syndrom ist einzigartig. Auch die Entwicklung von Kindern mit Down-Syndrom verläuft unterschiedlich.
Bedingt durch das Vorkommen des dritten 21. Chromosoms gibt es jedoch Gemeinsamkeiten in der Entwicklung. Es gibt aber auch genauso viele Unterschiede.

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Einige Kinder mit Down-Syndrom haben gesundheitliche Probleme, die im Rahmen der medizinischen Vorsorge vom Kinderarzt / von der Kinderärztin regelmäßig untersucht und behandelt werden.

Bei vielen Kindern mit Down-Syndrom verläuft die gesamte Entwicklung langsamer.

Kinder mit Down-Syndrom haben häufig einen niedrigen Muskeltonus und ein schwaches Bindegewebe. Zur Stärkung der Muskulatur kann der Kinderarzt / die Kinderärztin Physiotherapie verordnen. Meistens wird nach den Methoden Bobath oder Vojta behandelt. Weitere Methoden sind das Castillo Morales® Konzept und das Pörnbacher® Therapiekonzept.

Kinder mit Down-Syndrom haben in den ersten Lebensjahren Anspruch auf Frühförderung. Die Frühförderung wird als „interdisziplinäre Leistung“ mit Elementen aus Heilpädagogik, ärztlichen und medizinisch-therapeutischen Leistungen wie Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie, sowie psychosozialen Leistungen erbracht. Die Frühförderung kann zu Hause oder in der Krippe / Kita erfolgen.

Frühförderung muss vorab bei der Krankenkasse oder der Sozialbehörde beantragt werden. Es schließt sich eine Diagnostik in einer zugelassenen interdisziplinären Frühförderstelle oder in einem Sozialpädiatrischen Zentrum an. Dort wird der Förder- und Behandlungsplan erstellt, der der Krankenkasse oder der Sozialbehörde dann zur endgülrigen Entscheidung vorgelegt wird.

Die meisten Kinder mit Down-Syndrom haben Anspruch auf Logopädie. Logopädie wird von Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin verordnet.  Vom Logopäden / von der Logopädin können Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen behandelt werden. Eine frühe Vorstellung bei einer Logopädin oder einem Logopäden kann auch im Hinblick auf eine Mund- und Esstherapie sehr hilfreich sein. Logopädie kann auch im Rahmen von Frühförderung angeboten werden.

Gut bewährt haben sich zur Sprachanbahnung die Methoden Gebärden unterstützten Kommunikation (GuK) von Prof. Etta Wilken , die Methode KUGEL Kommunikation mit unterstützenden Gebärden sowie des frühe Lesenlernen.


Empfohlene Vorsorgeuntersuchungen

Bitte nehmen Sie regelmäßig die allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin wahr.
Ihr Kinderarzt / Ihre Kinderärztin wird mit Ihnen besprechen, ob weitere oder zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein können.

Mögliche weitere Untersuchungen sind:

    • Untersuchung der Entwicklungsneurologie
    • Kontrolle der Wachstumsentwicklung
    • ggf. zusätzliche Untersuchungen beim Pädaudiologen (HNO) einschließlich Hörtest (Polypen, Mittelohrentzündungen und -ergüsse), min. 1 x pro Jahr
    • ggr. zusätzliche Untersuchungen beim Augenarzt / Augenärztin, min. 1 x pro Jahr
    • Untersuchung der Schilddrüsenwerte im Blut, 1 x pro Jahr
    • Zahnärztliche bzw. kieferorthopädische Untersuchung (Karies, Kieferfehlentwicklung)
    • ggf. zusätzliche orthopädische Untersuchungen (Gelenke, Wirbelsäule, Füße; Röntgen der Halswirbelsäule / Atlantoaxiale Instabilität)

Kita und Kindertagesbetreuung

In Hamburg haben Kinder von ihrem ersten Geburtstag an einen Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung bis zu 5 Stunden am Tag mit Mittagessen. Wer aus beruflichen Gründen eine längere Betreuung benötigt, kann diese für bis zu 12 Stunden am Tag beantragen.

Ab dem vierten Lebensjahr haben Kinder mit Down-Syndrom in Hamburg Anspruch auf Betreuung und Frühförderung in der Kita für 6 Stunden am Tag mit Mittagessen. Auch hier gilt, wer aus beruflichen Gründen oder weil die notwendige Förderung mehr Zeit in Anspruch nimmt oder die familiäre Situation belastet ist, eine längere Betreuung benötigt, kann zusätzliche Betreuungsstunden beantragen.

Inzwischen gibt es eine große Anzahl von Kitas in Hamburg, die über Erfahrungen mit Kindern mit Down-Syndrom verfügen.

Kinder mit Down-Syndrom haben im Rahmen von Eingliederungshilfe außerdem einen Anspruch auf Leistungen im Rahmen von Frühförderung in der Kita. Kitas in denen Frühförderung stattfindet, beschäftigen Heilerzieher/innen und verfügen über entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten, um Therapien anbieten zu können. Dies erspart Ihren extra Wege nach der Arbeit.

Bitte melden Sie Ihr Kind rechtzeitig für den Besuch in der Wunschkita an.

Für den Besuch der Kita benötigen Sie einen Kita-Gutschein, den sie in der Abteilung Kindertagesbetreuung des Bezirksamtes beantragen können. Die Leistungen der Frühförderung sind im Kita-Gutschein enthalten. Im Rahmen der Bewilligung wird eine gutachterliche Stellungnahme durch den Jugendpsychiatrischen Dienst des Bezirksamtes oder das Beratungszentrum „Sehen, Hören, Bewegen, Sprechen“ erstellt.
Zu den Adressen kommen Sie, wenn Sie hier klicken.

Da Kinder mit Down-Syndrom sich meist langsamer entwickeln, ist es oft empfehlenswert, das Kind erst ein Jahr später einzuschulen und für ein weiteres Jahr in der Kita zu fördern. Dies kann die Teilhabechancen in der Schule erhöhen. Bitte besprechen Sie dies mit den Verantwortlichen in der Kita.

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